Editorische Eingriffe
Editorische Umstellungen
Textumstellungen, die nicht von den Schreibern selbst, sondern im Rahmen der Edition vorgenommen werden, können in heiEDITIONS ebenfalls markiert und dargestellt werden (vgl. Editorische Eingriffe). Hierzu müssen, nach der zeichengenauen Transkription, mindestens die umzustellenden Zeichenfolgen jeweils einzeln und eindeutig Tokenisiert werden. Mithilfe des Elements <link> wird zunächst einen nicht tiefer definierten Zusammenhang zwischen den so markierten Zeichenfolgen hergestellt.
Diese so umfasste Zeichenfolge wird als eine editorische Umstellung markiert, indem an dem Attribut @ana der heiEDITION-eigene Wert hc:EditorialTransposition ergänzt wird. Um die exakten Zeichenfolgen, die editorisch umgestellt werden sollen, zu definieren, werden ihre Token-Bezeichnungen innerhalb von <link> mit @target in der neuen, umgestellten Reihenfolge angegeben. In heiEDITIONS ist es zudem möglich, dass sich mit @target definierten Token-Bezeichnungen auch über mehrere Tokens erstrecken. In diesem Fall müssen die Tokenwerte, über welche sich die Umstellungen erstrecken sollen, innerhalb des @target-Attributs mit #range angegeben werden.
<lg ana="hc:Couplet">
<l n="2993" xml:id="l_2993" hei:altN="2837">
[...]
<w xml:id="w_2993_6">daz</w>
<w xml:id="w_2993_7" norm="wîp">weib</w>
</l>
<l n="2994" xml:id="l_2994" hei:altN="2838">
[...]
<w xml:id="w_2994_7">ſein</w>
<w xml:id="w_2994_8" norm="lîp">leib</w>
</l>
<link ana="hc:EditorialTransposition" target="#range(w_2994_7,w_2994_8) #range(w_2993_6,w_2993_7)"/>
<note ana="hc:TextConstitutionNote" target="#l_2994">Die Reime sind in der Handschrift: V. 2993 <quote>daz weip</quote>, V. 2994 <quote>ſein leip</quote>. Dasselbe geschieht in Handschrift c; alle anderen Handschriften haben <quote>lîp</quote> : <quote>wîp</quote>. Die vorliegende Reihenfolge der Reimwörter ergibt keinen erkennbaren Sinn und muss deshalb als irrtümlich vertauscht gelten; deshalb stellen wir die Reimwörter um.</note>
</lg>
Analog zu den Umstellungen, welche bereits zeitgenössisch vorgenommen wurden, und die einzeln mit <transpose> bzw. zusammengenommen mit dem Element <listTranspose> markiert werden, kann auch ein "Sammelcontainer" für editorische Umstellungen angelegt werden: Innerhalb von <linkGrp> können, wie es bei Umstellungen von Schreiberhand mit <listTranspose> der Fall ist, mehrere Fälle von editorischen Umstellungen zusammengefasst werden. Die editorisch umzustellenden Begriffe müssen nicht direkt neben einander stehen, um so verschoben werden zu können. Die finale editorische Umstellung ist im @target festgehalten und kann in der Darstellungsoption "editorische Eingriffe" ein- oder ausgeschaltet sowie für die Leserschaft markiert werden.